Lebendiges Leitbild
2015-12-24 14:16

LEBENDIGES LEITBILD

Den Werten einen Weg weisen

Für die einen ist es sinngebender Wertekatalog, Führungsinstrument und Ausdruck einer zukunftsorientierten Unternehmensphilosophie für andere eher Belletristik auf Hochglanzplakaten, an die sowieso keiner glaubt und an die sich erst recht keiner hält. Dabei geben erfolgreiche Firmen reihenweise Zeugnis über den Nutzen eines gut eingeführten, gelebten Leitbildes als Ausdruck und Gestaltungsfeld einer lebendigen Unternehmenskultur.

Leitbild ist nun einmal mit Vorbild eng verwandt. Und nur kollektive Vorbilder im Sinne von gemeinsam getragenen Werten können als Leitbild fungieren. Somit ist das Leitbild eine Beschreibung Ihrer gemeinsam getragenen Werte, die Vorbildcharakter haben. Nur dann wird man sich an ihnen ausrichten, um zukünftige Ziele zu erreichen.

Beschreibt also ein Leitbild die bestehende Unternehmenskultur, oder ist es die Formulierung eines gewollten Zustandes im Sinne einer zukünftigen Unternehmenskultur? Weder das eine noch das andere trifft den Nagel auf den Kopf. Man könnte das Leitbild eher als die Beschreibung einer gewollten Kultur sehen, die aus dem vorherrschenden Zustand entwickelt werden soll. Denn ein Leitbild, das glaubhaft und zugleich fordernd sein soll, muss eine Brücke zwischen aktuell Vorhandenem und visionär Gewolltem bilden. Es darf die Wirklichkeit nicht verfremden, wie es leider in vielen Leitbildern geschieht.

Wie gelingt es nun, das Gros der Mitarbeiter für die Visionen und Ideen des Leitbildes zu begeistern? Partizipation und Verstehen sind noch lange kein Garant für die gewollte Freisetzung der Veränderungsenergie, die ein zukunftsorientiertes Leitbild initiieren und möglichst lange aufrecht erhalten sollte. Unabdingbar ist, dass die Unternehmensführung uneingeschränkt für das Leitbild einsteht. Außerdem müssen die Führungskräfte konsequent das Leitbild vorleben. Wenn es nicht darum geht, ein schickes Leitbild für die Wände der Eingangshalle, Gemeinschaftsräume und Werkshallen zu HABEN, ist diese kritische Auseinandersetzung sogar die entscheidende Phase. Denn tausende Leitbilder werden entwickelt, verfasst, beschlossen, gedruckt, aufgehängt, verteilt – und leider auch wieder vergessen. Warum eigentlich? Ein Leitbild muss, damit es auch wahrgenommen wird, in unterschiedlichen Situationen zur Handlungsorientierung herangezogen und in konkretes Verhalten übernommen werden.

Hierbei kommt der Unternehmensleitung und den Führungskräften über ihre Vorbildfunktion hinaus eine entscheidende Rolle zu. Alle Leitsätze sind immer und immer wieder in konkrete Handlungen zu übersetzen. Je kontinuierlicher dies geschieht, desto erfolgreicher gelingt die Umsetzung.

Ein gutes Leitbild gibt Ihrem Unternehmen eine Identität – es wirkt wie ein Gesicht nach außen und verleiht ihm bei professioneller Handhabung einen unverwechselbaren Charakter und damit einen nicht imitierbaren Wettbewerbsvorteil. Ein gelebtes Leitbild weist den Werten einen Weg zu einer stabilen und glaubwürdigen Unternehmensidentität.

6 Punkte für ein erfolgreiches Implementieren eines Leitbildes:

  1. Transparenter Entwicklungsprozess
  2. Partizipation der Mitarbeiter
  3. Uneingeschränktes Einstehen der Unternehmensführung
  4. Vorleben durch Führungskräfte und Multiplikatoren
  5. Übersetzen in konkrete Handlungsweisen
  6. Reflexion und Nachhaltigkeit

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