Führung im Krankenhaus
2016-02-04 16:16

Führung im Krankenhaus

Die gute Botschaft: Führung ist erlernbar! Die weniger gute Botschaft: Das geht nicht von heute auf morgen! Wichtig: Die Unterstützung im gesamten Krankenhaus durch standardisierte Führungsinstrumente und die Entwicklung einer einheitlichen Führungskultur.

Selten arbeiten unterschiedliche Professionen so eng zusammen und selten sind die einzelnen Prozesse der Leistungserbringung so unter der Kontrolle des Kunden, dem Patienten, wie in einem Krankenhaus. Führungsfehler auf allen Ebenen wirken sich unmittelbar auf die subjektive und objektive Qualität der Leistung aus. Und nirgends leidet die grundsätzlich sehr hohe primäre Motivation der Mitarbeiter mehr unter einer schlechten Führung.

Damit müsste eigentlich die Frage nach einer modernen Führungskultur und einer optimalen Führungskräfteentwicklung in Kliniken ganz oben stehen. Weit gefehlt! Noch immer steht alleine die individuelle fachliche Ausbildung an oberster Stelle, auch wenn die Weichen schon lange auf die nächste Führungsposition gestellt sind.

Dabei drängt die Zeit: Massive Veränderungsprozesse werden durch das Krankenhausstrukturgesetz nicht erst seit dem 1.1.2016 in Gang gesetzt und die Herausforderungen für Führungskräfte steigen gewaltig. Die Leistungsverdichtung nimmt zu und die Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Bindung und Motivation des vorhandenen Personals wird immer schwieriger.

Der Wille, eine neue Führungskultur einzuführen und durchzusetzen, ist ein wichtiger Schritt, wenn es darum geht, eine attraktive Arbeitgebermarke aufzubauen und damit dem Fachkräftemangel in der Ärzteschaft entgegenzuwirken. Klassisches Hierarchiedenken ist vielfach der Grund, warum motivierte und talentierte junge Fachkräfte ein Krankenhaus oder teilweise auch Deutschland verlassen, um in der Schweiz, England oder Norwegen ihr Können einzusetzen.

Neben einer wertschätzenden Kultur sind standardisierte Führungsinstrumente, die ihrerseits wieder zur Entwicklung einer einheitlichen Führungskultur beitragen, unerlässlich. Die Notwendigkeit, Nachwuchsführungskräfte auf Führungspositionen vorzubereiten und Führungsthemen auf jeden Fall interdisziplinär oder noch besser Branchen übergreifend auszutauschen, ist evident. Aber auch die mittleren Führungspositionen, die unsichtbaren Leistungsträger, sind eine wichtige Zielgruppe, denn sie sind oft ohne entsprechende Unterstützung in Ihre Aufgabe hineingewachsen, fühlen sich aber unter den steigenden Anforderungen allein gelassen und überfordert.
Es gilt: Führung ist lernbar, aber nicht von heute auf morgen!

Michael Kirsch à www.kirsch-consult.de
Manufaktur für Führungskultur

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