Führen im Krankenhaus

Führen im Krankenhaus

Führen erfordert Kompetenzen - wie ich im letzten Artikel beschrieben habe - erlernbare Kompetenzen. Am leichtesten fällt zumeist das Erlernen der Methodenkompetenzen, Führungs- und Veränderungskompetenzen erfordern meist mehr Biss. Doch Zukunft braucht Führung – wirksam und wertschätzend.

Die Erwartungen sind hoch, die heute an Führung gestellt werden. Nicht weil jeder nach Führung schreit, sondern weil sie am besten gar nicht in Erscheinung tritt, weil sie gar nicht wahrgenommen werden will. Dennoch soll sie Konflikte lösen, das Miteinander fördern und vor allem immer dann wirksam sein, wenn keiner so recht weiß, wie es weitergehen soll. Dabei ist es gerade in Zeiten ständiger Veränderungen und bei einem hochkomplexen Arbeitsumfeld wie in einem Krankenhaus völlig unmöglich, für jede erdenkliche Situation verbindliche Regeln aufzustellen. Führende müssen deshalb die eigene Organisation und die komplexen Beziehungen der Menschen in dieser Organisation grundlegend verstehen, um ihrer Führungsaufgabe gerecht werden zu können.

Offenheit, Wertschätzung und Kritikfähigkeit sind heute Kennzeichen einer erfolgreichen Führungskultur. Führungsverhalten wird dabei vor allem durch das vorherrschende Menschenbild einer Organisation und ihrer Führungskräfte geprägt. Werden die Menschen als eigenständige, leistungsfähige und mitdenkende Individuen gesehen, bedeutet dies für die Führungspraxis in der Regel auch gegenseitig wertschätzende Kommunikation und Zusammenarbeit. Teilhabe, Eigenverantwortung und Mitbestimmung sind dann nicht nur leere Worte, sondern gelebte Praxis. Gründe für das enorme Interesse an derartigen Führungsmodellen liegen in der positiven Entwicklung und besseren Anpassung an Veränderungen. Sie sind geradezu zwingend für Unternehmen, die sich weg von relativ stabilen zu flexiblen Organisationsformen entwickeln müssen. Veränderungen in Unternehmen führen immer zu Unsicherheiten und zu Widerständen bei den Mitarbeitern. Wirksame Führung muss dabei eine Balance zwischen Veränderung und Sicherheit herstellen können.

Die Gestaltung einer modernen Führungskultur verändert grundlegend, woran es vielen Krankenhäusern heute mangelt: Innovationsgeist, Werteorientierung und Mut zu dringend nötigen radikalen Veränderungen. Die Reife einer Organisation zeigt sich oft im Alltag der interdisziplinären und interprofessionalen Zusammenarbeit sowie in der Selbstverständlichkeit einer unternehmensweiten, abteilungsübergreifenden Führungskräfteentwicklung. Lernen von anderer Branchen ist erlaubt. Was für Krankenhäuser heute noch Neuland ist, haben andere Unternehmen bereits Ende der 90er und Anfang des neuen Jahrtausends durchlebt und daraus wertvolle Erfahrung gewonnen. Warum also nicht von anderen beim Aufbau der eigenen Führungskultur profitieren?

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