Anforderung an Führung steigt!

Anforderung an Führung steigt!

Die Revision von ISO 9001 hat viele positive Änderungen gebracht, daran will ich hier auch gar nicht rütteln – im Gegenteil. Mit Spannung erwarte ich, wie die neuen, sehr konkreten, vor allem auch stark erweiterten Forderungen aus Kapitel 5 der neuen Norm umgesetzt werden.

 

Es geht um Kapitel 5 „Die oberste Leitung muss in Bezug auf das Qualitätsmanagementsystem Führung und Verpflichtung zeigen, indem sie die Rechenschaftspflicht für die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems übernimmt“. Rechenschaft ablegen heißt für mich natürlich auch, dass derjenige mindestens genau so tief im Qualitätsmanagementsystem drin sein sollte wie es ein QMB in der Regel war. Ich möchte der Führung nicht unterstellen, dass sie das in der Vergangenheit nicht war, habe aber oft genug erlebt, wie der Blick schnell zum QMB wanderte, wenn im Audit die ersten inhaltlichen Fragen zum Qualitätsmanagementsystem gestellt wurden.

 

Was muss also die Führung tatsächlich wissen oder tun, damit sie die neue Anforderung „Rechenschaftspflicht“ erfüllen kann? Was ist denn mit „Rechenschaftspflicht“ überhaupt gemeint?

“Top management shall demonstrate leadership and commitment with respect to the quality management system by … a) taking accountability for the effectiveness of the quality management system;”

„Accountability“ wird auch hierzulande immer häufiger verwendet und meint die eigene Verantwortung, die nicht delegiert werden kann. Delegiert werden können sicher einzelne Tätigkeiten, die damit verbunden sind, aber eben nicht die Verantwortung. Damit ist man auch für Fehler, selbst wenn man sie nicht persönlich begangen hat, voll und ganz verantwortlich.

Somit ist „Rechenschaftspflicht“ im Sinne einer juristischen Verantwortung genau das, was die Autoren der Originalfassung gemeint haben, unabhängig davon, dass natürlich eine Norm keinen rechtlichen Charakter hat. Auf jeden Fall aber muss die Führung die nicht delegierbare Verantwortung für das QM-System übernehmen.

Und hier wird sich in den ersten Audits auch sehr schnell zeigen, welche Führungskräfte ihren Pflichten nachkommen, die sich aus den Normenforderungen ergeben.

Es muss also im Führungskreis, um eine ordentliche inhaltliche Durchdringung dieser Forderungen in Bezug auf das eigene QM-System zu gewährleisten, deutlich mehr gewusst werden, als es nach der alten Norm gefordert wurde.

 

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